Power-Priming: Neues Wettbewerbsverhalten?

Frauen und Männer verhalten sich in Wettbewerbssituationen meist unterschiedlich. Während Männer sich eher dem Konkurrenzkampf aussetzen, versuchen Frauen, diesen oft zu vermeiden. Das hat auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt, in der Männer häufig noch immer höhere Löhne beziehen und Positionen besetzen. Ein Team vom Institut für Finanzwissenschaft der Uni Innsbruck und dem Max-Planck-Institut Bonn zeigt nun in einer Studie in Nature Communications, dass sich diese geschlechterspezifische Lücke schließt, wenn Frauen und Männer gleichermaßen mit einem Machtgefühl ausgestattet werden.

Loukas Balafoutas und Helena Fornwagner vom Institut für Finanzwissenschaft der Universität Innsbruck und Matthias Sutter, Executive Director des Max-Planck-Instituts in Bonn, präsentieren aktuell in Nature Communications ein einfacheres Instrument, um Unterschiede in der Wettbewerbsfähigkeit von Männern und Frauen anzugleichen. Dabei handelt es sich um das so genannte Priming, ein Konzept aus der Psychologie. Unter Priming versteht man die unbewusste Beeinflussung von Denken oder Handeln, indem Personen auf ein bestimmtes Reiz-Reaktions-Schema vorbereitet werden. Das Innsbrucker Team konnte in einem ökonomischen Experiment nachweisen, dass Personen, denen durch Power-Priming ein verstärktes Machtgefühl vermittelt wurde, ihr Wettbewerbsverhalten ändern: Die Wettbewerbsbereitschaft sinkt unter Männern und steigt unter Frauen. Das führt auch dazu, dass beide Geschlechter qualitativ bessere Entscheidungen treffen. Gleichzeitig ist bei männlichen Teilnehmern die Risikotoleranz gesunken, bei Frauen ist sie gleichgeblieben. 

Weitere Informationen:
https://www.uibk.ac.at/public-relations/presse/archiv/2018/1058/