Unter-, Über- und Fehlversorgung:

Studien in Deutschland ergaben, dass Frauen mit Diabetes oder Frauen, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, nicht in gleichem Umfang die notwendigen Arzneimittel erhalten – Frauen werden unterversorgt und damit schlechter behandelt.
Andererseits gibt es bei Frauen eine Überversorgung oder Fehlversorgung sehr häufig im Zusammenhang mit psychotropen Arzneimitteln, also z.B. mit Tranquilizern oder Schlafmitteln.

Andererseits werden Frauen auch oft überversorgt oder fehlversorgt bei Krankheiten, die geradezu zum „Frauensyndrom" zusammengefasst werden:  Kopfschmerzen und Migräne, niedriger Blutdruck und Nervosität, Schlafstörungen und Depressionen undvieles andere mehr. So gehören zu den Arzneimittelgruppen, die häufiger an Frauen als an Männer verordnet werden, Schilddrüsen- und Venenmittel, Migräne- und Schlafmittel, Herzmittel und Mittel gegen niedrigen Blutdruck, durchblutungsfördernde Mittel und Psychopharmaka. Weiter fällt auf, dass Frauen vorzugsweise Mittel aus dem großen Bereich der psychisch wirkenden Mittel verordnet werden.
 
Männer hingegen erhalten vorwiegend Arzneimittel bei somatischen Krankheiten: Mittel gegen Asthma oder Gicht, Mittel gegen Lebererkrankungen oder gegen zu hohe Cholesterinspiegel. 
Zuletzt bearbeitet 02.05.2017 00:03 Uhr