Neue Förderrichtlinie für geschlechtersensible Medizin-Daten

14.07.2026
Durch eine neue Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt werden staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen und institutionell geförderte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen aufgefordert, entsprechende Projekte zu initiieren, die Datenanalysen optimieren und damit Daten von Frauen besser repräsentieren. Die zielorientierte Forschung wie auch geschlechtersensible Diagnostik und Therapie sollen damit weiterentwickelt und optimiert werden.

In der Förderrichtlinie heißt es u.a.: „In den Projekten sollen jeweils Expertinnen und Experten aus den Datenwissenschaften (zum Beispiel Data Science, Medizininformatik, KI), der Frauengesundheit beziehungsweise geschlechtersensiblen Medizin und den für das Projekt relevanten klinischen Fachdisziplinen zusammenarbeiten.“

Prof. Dr. Dr. Bettina Pfleiderer, Universität Münster, ist Wissenschaftliche Leiterin des Kongresses Perspektiven der 2026/geschlechtersensiblen Medizin im deutsch-österreichischen Dialog von Versorgung, Forschung, KI und Lehre, zu dem G3 – Arbeitsgemeinschaft für geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung e.V. im November nach Berlin einlädt.

Solche neuen Projekte, so die Wissenschaftlerin, werden viele Möglichkeiten eröffnen: „Als Expert*innen fordern wir seit Jahren eine konsequent geschlechtersensible Datennutzung. Noch immer werden Unterschiede zwischen Frauen und Männern in Forschung, Diagnostik und Versorgung zu häufig übersehen – mit spürbaren Folgen für Patientinnen. Zum ersten Mal können wir mit KI genau diese Ungleichgewichte sichtbar machen – und damit die Grundlage für eine gerechtere Versorgung schaffen.

Datenbasierte, geschlechtersensible Medizin ist kein Zukunftsthema – sie ist eine Voraussetzung für eine bessere, gerechtere und wirksamere Gesundheitsversorgung.